Lerngesetze
Lerngesetze

Einführung: Theoretischer Part über die Lerngesetze

Dieser Kapitel beinhaltet kurze Einführung in psychologisches Wissen über die Lerngesetze. Die Lerngesetzte ist viel Theorie, jedoch ein wichtiges Aspekt. Du wirst Dich bestimmt hier und da finden und Deine Verhaltensregel entdecken.

Die praktische Verbindung zum Konsum folgt direkt im Anschluss. Ich habe versucht den Teil  "anwenderfreundlich" zu schreiben und hoffe, dass Deine Aufmerksamkeit beim D
urchlesen nicht abnimmt. Zusätzlich kannst Du Dir die Audios dazu mehrmals anhören. 

Am Ende des Kapitels findest Du ein kurzes Video zum Lerngesetzen. Du kannst ggfs. mit dem Video anfangen und im Anschluss den Text lesen.
Die Macht der Gewohnheiten

 

Zähneputzen … mitternächtliche Snacks … Wein/Bier als Belohnung nach einem stressigen Tag. 

 

Sie alle haben eines gemeinsam: Es sind Gewohnheiten. Manche sind sinnvoll (z. B. Duschen und sich danach abzutrocknen), manche irgendwie praktisch (z. B. jeden Tag den gleichen Heimweg nehmen) und andere, wie ein automatischer Reflex, (z. B. Popcorn im Kino). Die Gewohnheiten sparen Zeit und Energie. Wir führen sie oft total automatisch aus und sie fühlen sich, wie ein Teil von uns. Als wären wir schon damit geboren.

 

Hast Du die Macht über deine Gewohnheiten oder die Gewohnheiten über Dich? 

 

Wo kommen sie jedoch her?  Wir lernen Gewohnheiten erst im Laufe des Lebens. 

 

Zuerst tun wir irgendetwas, wir üben eine Handlung aus. Aus unterschiedlichen Gründen wiederholen wir die Handlungen, die Verhaltungsweisen. Es sind die sogenannten Lerngesetze.

 

Die ersten Handlungen (Verhalten) gucken wir uns als Kinder ab. Wir plappern den Eltern nach, wir tun was die Eltern tun. Später machen wir das Verhalten von den Freunden oder älteren Kammeraden nach, z.B. Rauchen, Alkohol trinken, Kiffen. Die Anderen machen es, wir machen es nach! 

Das ist das Lernen durch Nachmachen/Nachahmen.


Das Lernen durch Nachahmung ist der erste Weg im menschlichen Leben. Dieser Art des Lernens begleitet uns dennoch lebenslang. Es ist ein Prozess, bei dem eine Person ein Verhalten oder eine Fähigkeit durch Beobachtung und Nachahmung andere Menschen, andere Bezugspersonen erlernt. 

 

Wie erwähnt, sind das zuerst meistens die Eltern, Großeltern, dann Freunde, Lehrer, die als Vorbild dienen. Später kommen die Fernsehstars, Ausbilder, Instagram Stars  .


Wenn die kleinen Kinder „artig“ sind (weil sie das richtige nachahmen), bekommen sie durch Lob oder Belohnung, eine Verstärkung des Verhaltens. Und das kann dazu führen, dass das Verhalten verstärkt wird und öfter auftritt. 

 

Je älter wir werden, desto mehr spielt die Identifikation mit dem „Vorbild“ eine Rolle. Die Bereitschaft ein Verhalten nachzuahmen, ist höher, wenn wir die Person (die wir nachahmen) als gut, cool o.ä. befinden. Wenn sich also die Person  mit dem „Modell“ identifiziert oder eine Verbindung zu ihm herstellt, ist sie eher bereit, das Verhalten nachzuahmen.

 

Als Teenager finden manche Jungs und Mädels die älteren auf dem Schulhof „cool“! Der eine oder andere möchte gern dort mitmischen, dazu gehören. Und möglicherweise eine „mitrauchen“ oder das tun, was gerade so angesagt ist.

 

Das Lernen durch Nachmachen begleitet uns das ganze Leben. Im Berufsleben werden wir nicht nur theoretisch ausgebildet, sondern bekommen Sachen vorgezeigt. Bestes Beispiel sind die Handwerksberufe, hier wird viel „nachgemacht“. 

 

Und Werbung ist nichts anderes als eine Mobilisierung zum Lernen durch Nachahmen. Den Menschen wird die schöne Welt vorzugaukeln, es wird gezeigt, was wir alles so brauchen, oder was die Berühmtheiten der Welt begehren und besitzen. Viele Menschen sind gut im NACHAHMEN 😉 des Verhalten von Promis.



Titel
Das Lernen durch Nachmachen
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Lernen aus Folgen


Mit der Zeit entdecken wir, dass unsere Handlungen Folgen haben, negative oder positive. Das ist das Lernen aus Folgen. Oder anders genannt Lernens aus den Konsequenzen.

 

Das besagt, dass Verhalten durch seine Konsequenzen geformt wird. Wenn ein Verhalten mit angenehmen Konsequenzen verstärkt wird, ist es wahrscheinlicher, dass es in Zukunft wieder auftritt.

Während ein Verhalten mit unangenehmen Konsequenzen wie Bestrafung wahrscheinlich gemieden wird.

 

Klingt plausibel, dennoch so einfach ist das nicht. Wir Menschen sind durchaus clever und versuchen diese „Gesetze“ umzugehen. Wie?

 

Dieses Gesetz des Lernens aus den Konsequenzen kann in zwei Hauptarten unterteilt werden:

 

Positive Verstärkung/Folgen

Positive Verstärkung tritt auf, wenn auf ein gutes Verhalten ein angenehmer Reiz oder eine angenehme Konsequenz folgt. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Verhalten in Zukunft wiederholen. 

 

Hier paar Beispiele:

- das Loben eines Kindes, wenn es seine Hausaufgaben macht

- Beförderung, wenn jemand gut gearbeitet hat

- Gewichtabnahme, wenn jemand gut trainiert und gesund gegessen hat


Negative Verstärkung/Folgen

Negative Verstärkung tritt auf, wenn auf ein Verhalten ein unangenehmer Reiz oder eine unangenehme Konsequenz folgt. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verhalten in Zukunft gemieden wird.

 

Hier paar Beispiele:

- Strafzettel für Falschparken

- Verbrennung nachdem jemand eine heiße Herdplatte anfasst hat

- Busverpassen, weil man zu spät losgegangen ist

 

Es ist nun so, dass wie Menschen nicht immer auf negative oder positive Folgen reagieren. Das wäre natürlich sehr gut und viel einfacher. Aber wir sind halt Menschen und nicht Maschinen.

 

Wir reagieren auf die Folgen nur bedingt!


 

 




Drei Gesetze des Lernens aus Folgen 

1. Bedeutsamkeit/Wichtigkeit der Konsequenzen/Folgen

Die Konsequenzen für ein "schlechtes" Verhalten müssen von Bedeutung sein, um einen Einfluss auf unser Verhalten zu haben. Wenn wir die Konsequenzen als unbedeutend oder irrelevant wahrnehmen, warum sollten wir überhaupt drauf reagieren.

 

Wenn jemand genug Geld hat, ist ihm ein 500€ Strafzettel wortwörtlich egal! Diese negative Folge z wir nicht als Konsequenz wahrgenommen.

 

Die Bedeutsamkeit der Folgen wird nicht nur in Bezug auf negatives Verhalten bezogen. Nein, es geht ebenfalls um Verstärker bei guten Sachen. Erhalten wir intensive positive Folgen, im Bereich, der uns wichtig ist, freuen wir uns. Wir  speichern das ab und bemühen uns dieses Effekt zu wiederholen.


Je stärker oder wichtiger (bedeutsamer) die Konsequenzen für uns sind, desto stärker ist ihr Einfluss auf das Verhalten. Dies bedeutet, dass sowohl positive Verstärkung als auch Bestrafung eine größere Wirkung haben können, wenn sie als bedeutsam wahrgenommen werden.

 

Hier spielt die Individualität eine große Rolle. Die persönliche Relevanz der Konsequenzen variiert von Person zu Person. Was für eine Person als wichtig gilt, kann für eine andere Person möglicherweise nicht so bedeutsam sein. Die individuellen Werte, Ziele und Motivationen spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Tragweite der Konsequenzen.


2. Die Wahrscheinlichkeit der Konsequenzen

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Konsequenz eintritt, ist für uns Menschen entscheidend. Wenn eine Konsequenz wahrscheinlicher ist, wird sie in der Regel als bedeutsamer/wichtiger wahrgenommen und hat einen stärkeren Einfluss auf das Verhalten.

Hier sind wir Spezialisten! Es wird fleißig abgewogen!   


Zum Beispiel: wie wahrscheinlich ist es, dass Ordnungsamt gleich Strafzettel für Parken verteilt?

Wie wahrscheinlich ist es, dass auf meiner Heimstrecke heute Nacht die Polizei vorbeifährt und mich kontrolliert?

 

 

3. Zeitpunkt der Konsequenzen

Die zeitliche Nähe zwischen dem Verhalten und seinen Konsequenzen spielt ebenfalls eine Rolle. Konsequenzen, die unmittelbar auf ein Verhalten folgen, haben in der Regel einen stärkeren Einfluss auf das Verhalten als solche, die verzögert auftreten. Dies liegt daran, dass Menschen dazu neigen, Verbindungen zwischen Ursache und Wirkung herzustellen, wenn sie zeitlich nahe beieinander liegen.

 

Bestes Beispiel geben unsere Haustiere. Wenn Du einen Hund hast, weißt Du, dass beim Training die Belohnung SOFORT erfolgen muss. Bei Menschen ist das ebenfalls am besten 😉.

 

Denk bitte an das Beispiel „heiße Herdplatte anfassen“. Das macht man üblicherweise nur einmal im Leben. Der Schmerz kommt einfach sofort, wir verknüpfen das und speichern ohne viel nachzudenken ab. 

 





Titel
Lernen aus Folgen
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Lernen aus Erfahrung

 

Das Lernen durch Erfahrung ist vermutlich jedem bekannt.  Das Erfahrungslernen erfolgt durch direkte Erfahrungen und Interaktionen mit der Umwelt. Kurzgesagt kann man das als Trial-and-Error beschreiben. Es ist ein Prozess bei dem die Lernenden verschiedene Ansätze/Verhalten ausprobieren und das Ergebnis betrachten. Wir speichern ab, was funktioniert, was nicht.

 

Wenn sie in ein italienisches Restaurant gehen und gutes Essen bekommen, werden Sie diesen Laden wieder aufsuchen. War das Essen und die Bedienung grottenschlecht, machen Sie in der Zukunft einen großen Bogen um den Laden herum. 

 

Lernen durch Erfahrung ist ein dynamischer und vielseitiger Lernprozess, der in verschiedenen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle spielt, von der persönlichen Entwicklung über die berufliche Ausbildung bis hin zur sozialen Interaktion. Es ermöglicht es den Lernenden, ihr Verständnis zu vertiefen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und sich auf unterschiedliche Situationen und Herausforderungen vorzubereiten. Es ist sehr praxisorientiert.