Selbstverständlich gibt es einen enormen Zusammenhang zwischen den Lerngesetzen und unserem Konsum. Der Konsum wird schön durch die Jahre fleißig erlernt. Die Wirkung ausführlich studiert. Viele Menschen „erlernen“ den Stoff sehr zügig 😉.
Es ist und bleibt die Wirkung einer Substanz, die uns zu weiteren Konsum motiviert. In folgenden Abschnitten findest Du unterschiedliche Ansätze für die Konsummotive. Ich bin gespannt, welche Du am interessantesten findest und in welchen Du Dich selbst erkennen wirst.
Geselligkeit
Konsum ist oft mit sozialen Aktivitäten und gesellschaftlichen Zusammenkünften verbunden. Wir nehmen Drogen oft in Gruppen, um Geselligkeit zu fördern und gemeinsame Erlebnisse zu teilen. Auch bei Feiern, Feierlichkeiten und besonderen Anlässen ist es Gang und Gebe zu trinken.
Entspannung und Stressbewältigung
Viele Menschen verwenden manche Drogen als Mittel zur Entspannung oder zur Bewältigung von Stress. Die Substanzen können vorübergehend Stress abbauen oder helfen mit Depressionen, Angstzuständen umzugehen.
Gewohnheit und sozialer Druck
In einigen sozialen Umgebungen oder Gruppen wird der Konsum als normal betrachtet, und Menschen könnten aus Gewohnheit oder aufgrund sozialen Druck Drogen nehmen. Es wird oft als „Gruppenzwang“ benannt, obwohl niemand hier gezwungen und gefesselt wird.
Insbesondere in jüngeren Jahren können Neugier und der Wunsch, sich anzupassen, dazu führen, dass Menschen konsumieren, insbesondere, wenn es in der Peer-Gruppe akzeptiert oder erwartet wird.
Selbstmedikation, Entfliehen und Vergessen
Manche Menschen konsumieren, um emotionalen Schmerz, Sorgen, Angstzustände oder Depressionen zu lindern. Kurzfristig hilft es, am nächsten Tag ist jedoch der Schmerz wieder da.
Rituale und Gewohnheiten
Der Alkoholkonsum kann Teil persönlicher Rituale oder Gewohnheiten sein, wie zum Beispiel ein Glas Wein zum Abendessen oder ein Bier beim Fußballspiel.
Andere Ansätze
Nach dem „Drinking Motives Questionnaire“ oder "Reasons for Drug Use Questionnaire" gibt es 4 Oberkategorien für Konsum:
Verstärkungsmotive
Diese Motive haben mit der „inneren“ Welt zu tun. Es ist der Wunsch positive Emotionen zu verstärken oder zu intensivieren.
Konformitätsmotive
Diese Motive hängen mit den äußeren Bedingungen zusammen. Es ist auf dem ersten Blick der „Druck“, sich an soziale Normen oder Erwartungen zu halten, dazu zu gehören oder sich anzupassen. Es wird konsumiert, um die negativen Gefühle zu vermeiden, um nicht von einer gewünschten sozialen Gruppe abgelehnt zu werden.
Bewältigungsmotive
Diese Motive haben ebenfalls sehr viel mit der „inneren“ Welt zu tun. Es ist der Wunsch, die die negativen Gefühle zu mindern, zu betäuben.
Soziale Motive | Konformitätsmotive |
Ich habe Drogen genommen, um eine Party intensiver zu genießen Ich habe Drogen genommen, weil es lustiger ist | Ich habe Drogen genommen, um von anderen gemocht zu werden Ich habe Drogen genommen, um dazu zu gehören |
Verstärkungsmotive | Bewältigungsmotive |
Ich habe Drogen genommen, um berauscht zu sein Ich habe Drogen genommen, um die Gefühle zu verstärken
| Ich habe Drogen genommen, um nicht so niedergeschlagen zu sein Ich habe Drogen genommen, um meine Probleme zu vergessen
|
Es geht immer um die Wirkung!
Bei allen diesen oben genannten Motiven geht es oft um einen Effekt:
Es soll mir besser gehen. Ich will mich besser fühlen!
Wenn eine Person positive Erfahrungen mit Drogenkonsum macht, wie z.B. das Erleben von Euphorie oder Entspannung, wird das Verhalten des Drogenkonsums verstärkt, bzw. wiederholt. Diese angenehmen Effekte der Droge erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Person die Droge erneut konsumiert.
Alle Substanzen haben das in sich, dass die uns kurzfristig einen positiven Reiz geben. Die negativen Aspekte eines Konsums sehen die Menschen lange nicht oder wollen den auch nicht sehen. Wie mein Kollege immer sagte: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
Bei einem Überkonsum kommt es mit der Zeit zur sogenannten negativen Verstärkung.
Die negativen Folgen des Konsums sind schon längst sichtbar, eigentlich müsste man jetzt aufhören, jetzt was verändern. Es erfolgt jedoch was ganz anderes: der Fokus liegt auf den unangenehmen Zuständen, diese müssen reduziert oder ausgeschaltet werden.
Z.B. das Vermeiden von Entzugserscheinungen. Oder "Betäuben" von negativen Gedanken.
Und das ist schon ein großes Problem. Möglicherweise eine Abhängigkeit.
- konsumieren, um dazuzugehören oder sich zu integrieren
- zur Entspannung
- konsumieren, um Sorgen zu vergessen
- Steigerung der Freude
- Integration in soziale Gruppen oder Gemeinschaften
- Flucht vor Problemen
- Druck von Gleichaltrigen oder sozialem Umfeld
- Teilnahme an sozialen Veranstaltungen oder Feiern, bei denen Konsum üblich ist
- Suche nach sozialer Anerkennung oder Beliebtheit
- Stressbewältigung und Stressabbau
- Reduzierung von Angstzuständen, Sorgen oder Nervosität
- Bewältigung von traumatischen Erfahrungen oder belastenden Lebenssituationen
- Suche nach Glücksgefühlen, Euphorie oder einem temporären "Hoch"
- Verbesserung der Stimmung oder des emotionalen Wohlbefindens
- Bewältigungsmechanismus, um mit emotionalen Belastungen umzugehen
- Neugier und der Wunsch, neue Erfahrungen zu machen
- Exploration der eigenen Grenzen oder der Grenzen des Bewusstseins
- Ausprobieren verschiedener Substanzen, um deren Wirkung zu erfahren
- Rebellion gegen soziale Normen oder Autoritäten
- Linderung von Entzugserscheinungen oder unangenehmen körperlichen Symptomen
- Befriedigung des Verlangens oder der Sucht nach der Substanz
- Verlangen nach dem "Kick" oder dem euphorischen Gefühl, das die Droge vermittelt.
- Selbstbehandlung von Erkrankungen wie Depressionen, Angstzuständen oder PTBS
- Linderung von körperlichen Beschwerden oder Schmerzen
- Selbstregulation von Schlafstörungen oder Schlaflosigkeit
- Verbesserung des Selbstbewusstseins oder Selbstwertgefühls
- Suche nach Selbstbestätigung oder Selbstakzeptanz durch die Reaktionen anderer
- Reduzierung von Hemmungen oder Ängsten im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten
- Suche nach aufregenden oder riskanten Erfahrungen durch den Konsum
Nach der langen Theorie, ist jetzt Deine Mitarbeit notwendig. Versuche paar Deine Motive zu finden!
Zuerst fülle bitte den beigefügten Fragebogen aus. Die Ergebnisse besprechen wir in unserem nächsten Sitzung.